Optische Auffrischung der Riegfassade

25 Jahre lang gepflegt, gestrichen, erhalten. Doch irgendwann holt selbst das schönste Holz seine Geschichte ein. Und wenn der Wurm sich einnistet, hilft nur noch eins: anpacken.

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Manchmal braucht es keine komplette Sanierung – nur ein bisschen frische Farbe, die passende Lasur und ein gutes Händchen für das Alte. So war es bei Familie Lehmann im Emmental, deren Riegfassade aufgefrischt wurde.

 

Ein Jahrhundertbau, gepflegt mit Herzblut

Ein geschichtsträchtiges Haus mit Baujahr 1895, welches seit gut 25 Jahren im Besitz von Familie Lehmann ist, wurde mit viel Liebe, Eigenleistung und guten Freunden regelmässig im Innenbereich des Hauses renoviert:

 

  • die Unterlags- und Laminat Böden wurden neu gemacht
  • Wände und ein defekter Kachelofen herausgerissen und innen isoliert
  • sämtliche Balken abgeschliffen
  • neue Fenster eingesetzt
  • sämtliche Wände gestrichen
  • Bad und Küche erneuert sowie einen Innenaufgang in die damals mittlere Wohnung erstellt
  • die Riegfassade wurde damals Wurm geimpft

 

Gut beraten ist halb gestrichen

Bereits in der Offertphase war es entscheidend, den Untergrund der Fassade genau zu prüfen – nur so konnte die passende Beschichtung berechnet werden. Aufgrund des teilweise schlechten Zustands der Riegfassade zog Yvonne Jordi den Projektleiter Holzbau, Thomas Hertig, hinzu. Er empfahl, einige Rieg komplett zu ersetzen und andere neu zu verblenden.

 

Bei der Ausführung war die Wahl der richtigen Materialien essenziell: Für die Bauteile und Untergründe kamen eine Kalkfarbe und eine Öllasur zum Einsatz. Als Verblendung der tragenden Elemente wurden thermobehandelte Rift- und Halbriftbretter verwendet – diese trotzen der Witterung dank der Behandlung besonders lange.

 

Arbeiten bei Wind und Wetter

Auch strömender Regen hielt das Team nicht auf – unter solchen Bedingungen wurde die Fassade gewaschen. Selbst die Bauherrin hatte Mitleid mit den wetterfesten Fachleuten. Für die eigentlichen Sanierungsarbeiten war das Wetter dann auf unserer Seite: trocken, nicht zu heiss – ideal für Holzarbeiten.

 

Das Holz wurde bis auf den gesunden Kern zurückgeschliffen, damit die Lasur optimal haften konnte. Einige Rieg mussten ersetzt werden, was die Farbwahl zur Herausforderung machte: Die passende Lasur für neues und altes Holz zu finden, erforderte Fingerspitzengefühl.

 

Wissenswertes zum Riegbau

In der Schweiz ist der Riegbau bereits seit rund 400 Jahren bekannt. Solche Konstruktionen gelten als eine der ältesten und traditionsreichsten Bauarten in Mittel- und Westeuropa. Das Prinzip dieser Bauweise basiert auf dem Zusammenspiel von Balken oder Stäben, die an ihren Enden miteinander verbunden sind. In den so entstehenden Elementen wirken Zug- und Druckkräfte, die die Stabilität der gesamten Konstruktion gewährleisten und für die Langlebigkeit der Fachwerkbauten sorgen.

 

Bei dieser Sanierung stand das äussere Erscheinungsbild im Fokus – nicht die energetische Optimierung. Aber: Riegfassaden lassen sich auch optimal energetisch sanieren. Unser Holzbau Team beratet Sie gerne.

 

Vorher-Nachher-Galerie

 

 

Frau Lehmann ist begeistert vom Ergebnis – das Wohnen sei nun noch schöner.

 

Ein Herzensprojekt, das wir mit grosser Freude im Emmental umsetzen durften. Herzlichen Dank an die Bauherrschaft für das Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit!